Assistenzarzt fragt - Teil 3
4 07 2008Werden Frauenromane auch von Männern gelesen?
Beispielautorin: Kerstin Gier “Fishermans Friend in meiner Koje” etc.
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Kategorien : Fundstücke
Werden Frauenromane auch von Männern gelesen?
Beispielautorin: Kerstin Gier “Fishermans Friend in meiner Koje” etc.
Wenn man noch einen Schlusssprint hinlegt, weil man den Bus kriegen will, wieso fahren die immer genau dann ab, wenn man gerade die Tür erreicht hat und auf den Türöffner-Knopf drücken will? Nie vorher solange man läuft, über rote Ampeln jumpt, vor Autos rennt, Omas mit Rollatoren ausweicht…
Heute werden wir eine neue Serie beginnen - in unregelmäßigen Abständen, wie immer wenns in diesem Blog eine Serie gibt. “Assistenzarzt fragt” jetzt mal Dinge, die so alltäglich sind, dass es darauf keine wirkliche Antwort zu geben scheint. Die Leser dürfen sich dennoch gerne daran versuchen. Die Fragen stammen aus Assistenzarzts Alltag und Begegnungen mit anderen Menschen.
Assistenzarzt fragt: Wenn eine Person von Flatulenzen geplagt ist und das in Gegenwart anderer Personen (z.B. voll besetzter Fahrstuhl), wie erkennt man dann unauffällig (wir sind ja höflich) den Verursacher?
Es gibt ja zwei Varianten wie Menschen dann reagieren. Die einen spielen Hans Guck in die Luft als hätten sie nichts bemerkt und die anderen gucken wütend / angewidert durch den Fahrstuhl auf der Suche nach einem Schuldigen.
PS: Ich sagte ja, die Fragen stammen aus Begegnungen mit anderen Menschen… und wer sowas noch nicht erlebt hat, der scheint immer nur Treppenhäuser zu nutzen…
Hi, zunächst Gruß an alle, die mich vermisst haben. Assistenzarzt gibts noch. Ich hatte bloß in der letzten Zeit zum einen wenig Zeit und zum anderen ist hier oben im Norden der Sommer so herrlich schön, dass ich meine kostbaren “Freistunden” anderweitig genutzt habe. Naja, und dann war Fußball. Also Fußball geht vor.
Fassen wir zusammen, was Assistenzarzt zur EM zu sagen hat.
Die Deutschen können besser spielen. Weiß auch nicht, was da los war, aber vielleicht hätte Jogi mal mit der Faust auf den Tisch hauen sollen. Kampfgeist zeigte sich ja erst, als man Jogi in den VIP-Lounge-Knast steckte mit UEFA-Aufseher. Danach wars aber auch schnell vorbei. Aus meiner Sicht fehlten Bernd Schneider und so ein Spaßvogel wie Gerald Asamoah, der damals für gutes Teamklima gesorgt hat. Vielleicht hätte sich der ein oder andere auch weniger als “Einzelstar” für die Fotografen jenseits des Fußballplatzes hervortun sollen, auch wenn die Freundin Model ist. Ich gönne dem Schweini ja alles, aber was damals zur WM auffiel war ja, dass es keinen gab, der sich von den anderen auf außerfußballerischer Ebene hervortat. Schade für Jens Lehmann, dass er es so sehr als Niederlage empfand, der zweite Sieger geworden zu sein. Auf diese Art und Weise erhöht er sein Herzinfarkt-Risiko für später. Jens, Mensch, die Holländer, die Schauspiel-Italiener und die Franzosen sind nach Hause gefahren. Ihr seid die zweitbesten Europas und die drittbesten der Welt. Und der Poldi: Aufgeblüht bei der EM. Goldener Linker Fuß. Ich bin total enttäuscht von Klinsi, der jetzt sein Trainer bei Bayern ist. Erst erwähnt er Poldi auf der Homepage keines Wortes und dann stützt er das Management, dass Poldi nicht gehen darf. Das ist der FC Bayern München… sich hervortun, dass man so und so viel Spieler der Nationalelf stellt und dann die jungen Spieler der Nationalelf auf die Bank setzen, dass sie keine Spielpraxis kriegen und damit indirekt die Franzosen und Italiener fördern… Und aber auch die jungen nicht woanders hin gehen lassen, damit sie Spielpraxis kriegen. Pfui. Wie sangen die Toten Hosen so schön “Wir würden nie zum FC Bayern gehn… “ - hätten sie das dem Poldi mal eher gesagt.
Was die Italiener angeht: Na na na na, na na na na, hey hey, goodbye… (und jetzt alle mitsingen…)
Was die Franzosen angeht: Mir fehlte Zidane. Ein Ribery kann halt nicht alles alleine.
Was die Holländer angeht: Interessanter Fußball. Sehenswert.
Was die Spanier angeht: Ok, ihr habt gewonnen. Aber die Arroganz von Torres kann sich nur mit der von Luca Toni messen…
Was die Schiris angeht: Also wirklich, das war ja grauenvoll, was manche da gepfiffen haben! Da hätte jeder Kreisliga-Schiri ein besseres Spiel abgeliefert. Wo findet die UEFA solche Leute? Allein in den Spielen gegen die Deutschen: Ein nicht gegebener Elfmeter. Zahlreiche nicht gepfiffene Fouls, bei denen deutsche Spieler verletzt wurden. Ein Kopfstoß gegen Poldi der nicht gesehen wurde. Im Finalspiel hab ich gedacht, die Spanier wollen ein Deutschland-Lazarett aufmachen. Der Kopfstoß gegen Ballack, der zu der KoPlaWu führte, war meiner Ansicht nach schon eher gezielt als Zufall, wenn man sich die Zeitlupe ansieht. Den Ball konnte Senna nicht mehr erreichen, der Kopf ging auch nicht zum Ball… und der Fuß, der in Kloses Bauch landete… das war eindeutig ein gestrecktes Bein mit dem der Spanier in den Zweikampf ging, auch ohne den Ball wirklich erreichen zu können und ohne das Knie einzuknicken, damit Klose nicht verletzt wird.
Was das Medizinische angeht: Ich finde, es gab gehäuft Kopfverletzungen bei der EM. Bei der WM kam es mir nicht so vor vor 2 Jahren. Allein bei den Deutschen 3x Kopfplatzwunde. Bei den anderen habe ich es nicht mehr so im Gedächtnis, aber in fast jedem Spiel gabs eine Kopfverletzung.
Und nun soll ich wieder zwei Jahre warten bis zum nächsten Turnier?
Gute Therapie für viele Arten von Ohrenproblemen ist Bryan Adams neues Album “11″. Inzwischen ein paar mal rauf und runter gehört, kann ich sagen: gut für Assistenzarzt-Ohren. Macht entspannt, rockt so richtig und streichelt auch wieder sanft die Akustikusneurone. Klassischer Bryan Adams - Stil, wer ihn mag, kann es getrost kaufen ohne vorher reinzuhören, es lohnt sich. Mein Lieblingstitel ist Nr. 2 “I thought I’d seen everything”. Assistenzarzt steht auf solche Songs… Eine wundervolle Liebeserklärung mit Reibeisenstimme. Was will man mehr?
Außerdem auch noch gut für die Prävention jeglicher Ohrenerkrankungen Lenny Kravitz neues Scheibchen “It’s time for a love revolution”. Deutlich rockiger als Bryan Adams, dröhnt schön durch ohne Schrammen auf dem Trommelfell zu machen. Testphase bestanden mit dem Nach-hause-kommen-und-abgenervt-sein-Test: Scheibe rein, auf mittel-normal-laut, hören, warten, fertig. Alles ist gut.
Urteil: beides absolut Arzt-geeignet und auch was für die Semesterferien oder mal für die Lernpause vor dem Hammäää-Examen.
Tja, der Storch kreiste wieder einmal über der Blogger-Welt und krimi0krimi hat die Neuankömmlinge zuerst gesehen. Tja, einige von denen gibts schon länger, aber sie haben sich bisher versteckt und deswegen hat Assistenzarzt sie gar nicht gesehen…
Willkommen heißen möchte ich daher in der Assistenzarzt-Blogroll die agilen Sprößlinge der Ärzteblogs:
EbM-Anwender - für alle Nicht-Mediziner: EbM is sowas zum Verrücktmachen von Ärzten mit viel Papierkram, unendlichen Diskussionen und relativ wenig verwertbarem Output, weil jeder sowieso anderer Meinung ist und die Studien eh fast alle von den Pharmas bezahlt werden… Aber wenn man an Evidence based Medicine glaubt, sucht man irgendwo in dem ganzen Wirrwarr nach dem Heiligen Gral… nur leider ohne Indiana Jones…
Dr Zehnle - eine unter ihrem Realnamen bloggende Fachärztin mit mehr fachlichem und patientenbezogenem Inhalt und nicht so viel Meckereien wie hier
Franz Engels - ein Facharzt bloggt unter seinem Realnamen und schreibt über Medizin und Gesundheitspolitik
Noch ein neuer Zahnarzt - aber vor dem braucht ihr keine Angst zu haben, der scheint ganz nett zu sein.
Ja, es ist schön zu sehen, dass wir uns vermehren, auch wenn es noch keinen Best Medical Blog Award wie in USA-Land gibt. Aber ehrlich: Wollen wir sowas wirklich? Bloggen ist doch kein Wettstreit, den man gewinnen muss. Es ist vielmehr die Möglichkeit zu tun was man will - Fachinfos rüberbringen, Frust loswerden, Gesundheitspolitik kritisch beäugen oder einfach nur mal über ein Thema schreiben, denn man ist ja nicht nur Arzt allein… nein, irgendwo steckt tatsächlich in jedem von uns noch ein kleines Stück Mensch…
Also willkommen in meiner Blogroll, mögen Euch viele Klicks beschieden sein wie den anderen “Blogbabys” auch.
Das CorsaKauf-Syndrom ist eine noch junge Krankheit, deren Erstbeschreibern es bisher noch nicht gelang, es in einschlägigen Journals zu publizieren.
Gehäuft tritt das CorsaKauf-Syndrom in der Generation der über 70 Jährigen auf. Hier betrifft es vor allem Männer, vornehmlich welche, die Hut tragen und aufgrund einer zunehmenden Sehschwäche starke Brillengläser benötigen. Die betroffenen Patienten sind dann vor allem im morgendlichen Berufsverkehr unterwegs, jedoch ohne erkennbare Notwendigkeit um diese frühe Uhrzeit irgendwo hin zu müssen. In der Regel fahren sie mit Geschwindigkeiten, die 20 kmh unter der erlaubten Höchstgeschwindigkeit liegen. Auf sanfte Hinweise anderer Verkehrsteilnehmer erfolgt keine adäquate Reaktion.
Häufig tritt gerade an großen Kreuzungen, Abzweigen und Autobahnkreuzen aufgrund der Reizüberflutung eine Desorientiertheit ein. Paradoxe Handlungen sind gehäuft die Folge, z.B. in der Geradeausspur warten, weil man links abbiegen will, aber sich nicht eingeordnet hat. Parallelen zum Korsakow-Syndrom lassen sich in der verzerrten Wahrnehmung der Realität ziehen. So wird die eigentliche Geschwindigkeit als “mindestens 10 über erlaubt” wahrgenommen, objektiv jedoch wie o.g. 20 kmh unter der erlaubten Höchstgeschwindigkeit. Ähnliches lässt sich beim Einparken beobachten, so dass häufig 2 Lücken benötigt werden, wobei der Trennstreifen als Markierung für ”genau in die Mitte zwischen die zwei Reifen” genutzt wird.
Patienten haben zum Teil Erinnerungslücken und füllen sie durch weiter entfernt zurückliegende Erinnerungen aus dem Langzeitgedächtnis oder wahrgenommenen Informationen ohne eigentlichen Zusammenhang zur Situation aus. Dies führt häufig zu Dysharmonien mit dem Partner und Meinungsverschiedenheiten. Bsp: “Nein, ich bin an der letzten Kreuzung rechts abgebogen, da war doch der Minimal mit dem HB-Männchen davor. Und jetzt halt endlich den Mund, ich fahre immer und das schon seit über 50 Jahren.”
Rettungsdienstkräfte berichten über ein weiteres Symptom. So ist zu verzeichnen, dass gehäuft auch Patienten mit CorsaKauf-Syndrom in Situationen eines herannahenden RTWs zu ungewöhnlichen Reaktionen wie plötzlichem Bremsen, langsamen Weiterfahren ohne die Spur zu räumen oder schlichtweg Ignoranz des Licht-und Tonspiels des Einsatzfahrzeugs neigen. Die Gründe hierfür sind Forschungsgegenstand einer weiteren Gruppe aus dem Kreis der Erstbeschreiber. Ergebnisse werden aber erst in den nächsten Jahren erwartet.
Ein indirektes Zeichen für ein CorsaKauf-Syndrom ist der Wackeldackel auf der Hutablage, alternativ ein gehäkeltes Kissen. Hierauf sollte sich der diagnostizierende Arzt aber nicht verlassen.
Therapeutische Optionen lassen auch die Erstbeschreiber vermissen. Sie raten lediglich zu einem vorsichtigen Umgang und Vermeiden eines direkten Kontaktes im Straßenverkehr.
Die Erstbeschreiber möchten durch eine geplante Kampagne zur Rehabilitation der Betroffenen beitragen. Es sollte nicht mehr länger einfach nur von “Opa mit Hut und Opel Corsa” gesprochen werden sondern die Krankheit CorsaKauf-Syndrom auch als solche anerkannt werden. ![]()
Ich sags ja, die bloggenden Ärzte vermehren sich. Grad war der Storch in meinem Blog und brachte mir einen Kommentar mit einem neuen kleinen Blog-Arzt. Noch ganz frisch - im April zur Welt gekommen und trägt den blauen Kardio-Intensiv-Strampler: Herzlich Willkommen “LVEF”!
Damit die anderen Blogger-Ärzte, -Retter und anderen User auch wissen, wo du bist:
LVEF - all tings cardiology
Also schön die Blog-Nahrung futtern, damit du groß und stark wirst
Für alle Nicht-Mediziner: LVEF ist ein Begriff aus der Kardiologie und bedeutet linksventrikuläre Ejektionsfraktion und heißt übersetzt “das was die linke Herzkammer rauspumpt”. Von einer von mir sehr geschätzten Sekretärin tippfehlerweise auch mal Erektionsfraktion geschrieben. Gott, was haben wir uns gekugelt vor Lachen…
Woran sie da wohl bloß gedacht hat?
Liebe medizinische und rettungsdienstliche Blog-Gemeinde,
wir haben ein freudiges Ereignis zu feiern - Assistenzarzt hat zwei neue gefunden in den letzten Tagen (ja, man könnte fast meinen, ich entwickle einen Sammeltrieb für die Blogroll…), die auch den weißen Kittel als geheimes Zeichen der Zugehörigkeit tragen und sich Ärzte nennen und das beste : Sie bloggen. Noch nicht lange, erst seit diesem Jahr. So lasset sie uns ermutigen durch einige Links, denn die beiden scheinen ganz ok zu sein. Gut, das eine ist ein Chirurg, aber selbst ich als internistische Seele kann wirklich liebenswert gegenüber den Chirurgen sein. Get together in Blog-Peace. Hoffentlich nimmt mir der Kollege die Spezialrubrik nicht übel
Naja, vielleicht wissen Chirurgen ja eh die besten Chirurgenwitze…
Who knows…?!
Und an Pete Smith von der Ärztezeitung geht an dieser Stelle ein kleiner Gruß: Die beiden gabs schon vor diesem netten Artikel in der Ärztezeitung über den ich stolperte und einen kleinen Schreib-Schluckauf bekam
Kleiner Scherz am Rande
Also auf gehts in die neu entdeckten Gefilde zu
Doc Blog - Der Arzt mit dem weißen Kittel
und zu
Naja, ich bilde mir jetzt mal ein, da hat mein Blogname Pate gestanden?! Sag einfach ja… mein Ego brauchts, schließlich hab ich grad zu nem Chirurgen verlinkt ![]()
So, Assistenzarzt hats endlich geschafft und die Alkoholintox-Gedächtnis-Liste etwas aufgehübscht und überarbeitet. Herausgekommen ist die Glasses of Alcohol Coma Scale (ein kleines Wortspiel
für die RDler). Dem ganzen wurde eine komplette Seite in diesem Blog eingerichtet… siehe oben gleich neben den Chirurgenwitzen…